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Brief von Thomas Post an den damaligen NSJ-Vorsitzenden Jan Salzmann vom 20.10.2008

 

Sehr geehrter Herr Salzmann,

bevor ich mit meiner Berichterstattung in diesem Brief beginne, möchte ich mich kurz bei Ihnen vorstellen: Mein Name ist Thomas Post, ich bin 39 Jahre alt und spiele seit meinem sechsten Lebensjahr Schach. Seit über 20 Jahren unterrichte ich Kinder im Schachspiel. Von 1987-1990 war ich Jugendwart Beim SK Königsspringer Emden, von 1990 bis 92 Unterbezirksjugendwart von Ostfriesland und von 92 bis 94 war ich im NSJ-Vorstand tätig. Aufgrund beruflicher Überlastung konnte ich danach nur noch Ämter auf Vereinsebene annehmen. So war ich von 2003 bis 2005 2.Vorsitzender des SK Plesse Bovenden und ich leitete ein Jahr lang eine Schachgruppe in Göttingen.

Seit etwas über einem Jahr bin ich an mehreren Göttinger Schulen als Schach-AG-Leiter tätig. Diese AGs werden mit Begeisterung von den Kindern angenommen. So hat z.B. die Fußball-AG auf dem Hainberg-Gymnasium weniger Teilnehmer als die zeitgleich stattfindende Schach-AG !! Mit dem Theodor-Heuss-Gymnasium wurden wir in der WK IV Kreis- und Bezirksmeister und waren im Landesfinale in Bückeburg. Das Kreisfinale fand in Göttingen mit 126 und die Göttinger Schulschacheinzelmeisterschaften mit 86 teilnehmenden Kindern statt. Beide Turniere waren große Erfolge. Auch in diesem Jahr wird das THG mit 7 (!) und das Hainberg-Gymnasium mit 4 Mannschaften an den Schulschachmeisterschaften teilnehmen. Weitere Mannschaften aus anderen Schulen werden noch folgen.

Auf vielfachen Wunsch der Kinder und einiger Eltern habe ich mit sechs anderen Schachspielern im August 2008 den -Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen- ins Leben gerufen, da der ESV-Göttingen im Westteil der Stadt für 10-12 jährige Kinder zu weit entfernt ist und meinem Aufnahmegesuch bei Tempo Göttingen nicht stattgegeben wurde. Wir sind jetzt schon der mitgliederstärkste Verein in Göttingen ! Außerdem haben wir einen Vereinsnachmittag und drei mal die Woche gibt es für die Kinder Kadertraining. Zudem spielt eine Erwachsenenmannschaft in der Kreisklasse, die den Kindern nächstes Jahr den Weg in die Kreisliga ebnen soll. Im nächsten Jahr ist eine Fusion mit dem befreundeten Verein SK Plesse Bovenden geplant und wir wollen eine Spielgemeinschaft im Jugendbereich mit ESV-Göttingen bilden.

Wir alle haben uns natürlich auf die Bezirksjugendeinzelmeisterschaften gefreut, zumal diese auch noch in Göttingen stattfanden.

Im letzten Jahr fand die Bezirksmeisterschaft der Jugendlichen in Northeim statt und das Turnier verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle in einer freundschaftlichen Atmosphäre. Von den Ereignissen der diesjährigen Bezirksjugendeinzelmeisterschaften 2008 bei der ich von der ersten bis zur letzten Minute anwesend war, möchte ich nun berichten:

Im Vorfeld: Wir hatten kein Mandat von der Bezirksmitgliederversammlung (weil es uns als Verein da noch gar nicht gab), deshalb hatten wir auch kein Anrecht darauf die Bezirksjugendeinzelmeisterschaften auszurichten. Ein bißchen Hoffnung gemacht haben wir uns natürlich trotzdem und darum war ich ein wenig enttäuscht, als der Bezirksjugendwart Benjamin Löhnhardt mir im September telefonisch mitteilte, daß der Bezirk diese Meisterschaften selber ausrichten würde. Mit großem Erstaunen fand ich im Internet einen Tag nach Beendigung des Turniers folgenden Bericht (Anlage A: tempo-goettingen.de/Berichte/2008-10-08.html). Auch mein Hilfsangebot bei der Organisation mitzuhelfen, wurde nicht erwiedert.

Das Turnier: Die Bezirksjugendeinzelmeisterschaften fanden auch schließlich vom 10.-14.Oktober in der Jugendherberge in Göttingen statt. Die Teilnehmerzahl betrug 68. Der Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen stellte 21 Teilnehmer, Tempo Göttingen eine Teilnehmerin.

Das Turnier begann mit einer dreiviertel-Stunde Verspätung. Der verantwortliche Turnierleiter Benjamin Löhnhardt war zum Startzeitpunkt nicht zugegen und war auch während des gesamten Turniers nur sporadisch anwesend. Wer ihn nun als Turnierleiter vertreten hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, da diese Personen sich nie vorgestellt haben. Selbst einigen Kindern war auch am dritten Turniertage noch nicht klar, wer eigentlich das Geschehen leitete, so daß sie dann auf mich zurückgreifen wollten.

In der ersten Etage ist der Turnierraum für die U10 und die U14 hergerichtet worden und unten im Keller befand sich der Turnierraum der U12 und der zusammengelegten U16/U18. Im „Discoraum“davor waren Schachbretter aufgebaut, dieser Raum sollte wohl als Analyseraum dienen. Mehrmals wollte ich diesen Raum benutzen, aber mir wurde schnell klar, daß sämtliche Tische ständig besetzt waren, also blieb uns nichts anderes übrig als unsere Analysiertätigkeiten auf einer ungemütlichen Bank auszuüben, oder gar nach draußen zu verlagern. Jeden Tag waren auch Bundesligaspieler von Tempo Göttingen zugegen. Diese haben oft mit den Kindern gespielt, aber kein einziges Mal sah ich wie sich einer der Spieler mit einem Spieler vom Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen beschäftigt hat....

Im Gegensatz zur letzten BZJEM in Northeim gab es diesmal keine Namensschilder für die Kinder, obwohl ich wiederholt darauf hingewiesen habe. Die Figurensätze waren anfangs weitgehend geordnet, doch spätestens ab der 3.Runde mussten die Kinder an Brettern spielen, bei denen z.B. der gegnerische Turm doppelt so groß war. (siehe Anlage B: Fotos von den Spielbrettern.)

Auch die Partieformulare in der letzten Runde ließen zu wünschen übrig. So mußte Viktoria Borissova (Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen) sich auf Kosten ihrer Bedenkzeit in der letzten Runde ein Formular malen. (siehe Anlage C: Partieformular von Viktoria Borissova).

In der U14 wurde die 5.Runde falsch ausgelost, fälschlicherweise wurde Julius Rosin (Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen) ein Punkt aberkannt. Glücklicherweise bemerkte ich dies und es konnte nochmal ausgelost werden.

In der U12 wurde in der 6.Runde Jonathan Heutelbeck (Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen) ein voller Punkt aberkannt, (angeblich soll Jonathan eine Falscheintragung auf dem Ergebniszettel gemacht haben, der Junge kann sich aber daran nicht erinnern und ich habe trotz Suchens und Nachfragens diesen Ergebniszettel nie gesehen.) so daß die letzte Runde völlig falsch ausgelost wurde. (siehe Anlage D: Turniertabelle, man muss einfach mal die Runden nachspielen, dann sieht man, daß die letzte Runde so gar nicht hätte ausgelost werden können).

Weiterhin wurde Christian Hartogh (Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen) am Ende ein halber Punkt aberkannt, so daß er am Schluß nur 7. in der Siegerehrung war. Dies wurde nachträglich korrigiert.

Man sieht an den Abschlusstabellen, daß mit Julius, Viktoria, Christian und Jonathan die besten Kinder von uns benachteiligt wurden.

Auch in der U10 soll es bei der Auslosung drunter und drüber gegangen sein.

Von einer Pressemitteilung habe ich im Gegensatz zu 2007, wo die örtliche Zeitung einen tollen Bericht über das Turnier schrieb, bislang nichts gesehen.

Ein Teilnehmer Nelo Oshionwu (Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen)wurde von einem Betreuer, der die ganze Zeit anwesend war, (seine eigentliche Funktion und sein Name sind mir nicht bekannt) angeschrien.

Ich selber wurde, als ich mich mit Nelo über die Turniertabelle, die an der Tür zum Turnierraum angebracht war, unterhielt, ebenfalls von dieser Person auf aggressive Weise angeschrien.

Das Turnierende: Viele Partieformulare wurden einbehalten und den Kindern bislang nicht zurückgegeben.

Die Abschlusstabellen wurden am Ende nicht ausgehängt, man vertröstete uns auf einen späteren Zeitpunkt.

Ohne Wissen der einheimischen Göttinger Spieler wurde die Preisverleihung um eine halbe Stunde vorgezogen. Dies führte dazu, daß viele Kinder vom Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen ihre Preise erst nach der Siegerehrung ausgehändigt bekamen.

Die Siegerehrung selber fand in einem viel zu kleinem Raum statt, in dem man den TL kaum noch hören konnte.

Von der Qualität der Urkunden möge sich der NSJ selber ein Urteil bilden. (siehe Anlage E: Urkunde von Viktoria Borissova, sie selber möchte die Urkunde nicht zurückhaben.)

Während der Preisverleihung fiel nicht nur mir, sondern auch der Mutter von Christian Hartogh auf, daß der Schachverein -Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen- nicht mit vollem Namen und abschätzig genannt wurde. Stattdessen wurde wiederholt auf die Internetseite vom Bezirksjugendschach und auf das Kadertraining des Bezirkes verwiesen.

Fazit: Wir haben bereits beschlossen, daß wir als Verein aus Rücksicht vor den Gewinnern und qualifizierten Kindern keinen Protest gegen die Wertung der BZJEM erheben werden. Aber es bleiben Fragen offen. Was z. B. kann ein neu gegründeter Verein tun, der bisher so behandelt worden ist ? Und wie kann ich in Zukunft die Kinder vor solchen "Betreuern" uns solchen "Unparteiischen" schützen ? 

Ich rufe alle Vereine des Bezirkes, den NSJ und die Eltern der Kinder auf um Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Post

1.Vorsitzender -Kinder und Jugendschachverein Rochade Göttingen- e.V.